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Gericht Augsburg / Bildquelle: Stefan Bisanz

„Bodyguard schießt“-Prozess

Letzter Beitrag am 17. Mai 2017

Vor dem Landgericht Augsburg wird gegen den Personenschützer Uwe K. aus Dormagen verhandelt, der am Donnerstag, 30. Juni 2016 dem Gesprächspartner seiner Schutzperson Erwin S. in einer Konfliktsituation ins Bein geschossen hat. Erwin S. hatte die Dienste von Uwe K. in Anspruch genommen, nachdem er zuvor zusammengeschlagen und außerdem auf seine Haustür geschossen worden ist.

Bildquelle: Stefan Bisanz

Ostfriesland-Entführung

Letzter Beitrag am 7. Februar 2017

Mitte April 2016 entführten mehrere Männer einen Geschäftsmann aus Detern im Landkreis Leer, verschleppten ihn und hielten ihn fast zwei Tage in einem Ferienhaus in Hatzum gefangen. Das Opfer wurde geschlagen, gefoltert und mit Waffen bedroht. Nach der Zahlung eines Lösegelds in Höhe von einer Million Euro wurde der Entführte freigelassen.

Der Geschäftsmann hat vorab wohl keine Sicherheitsmaßnahmen installiert, außerdem ist von erheblichem Vortatverhalten der Gangster auszugehen, die aus Sicht eines Personenschützers besonders spannend und interessant sind. Die Prozessbeobachtung inklusive des weitestgehend genauen Berichts von Vortatabläufen – soweit die Aussagen aller Prozessbeteiligten dies sachlich ermöglichen – ist daher ein wichtiges Instrument des Kenntnisgewinns.

(Hatzum / Bildquelle: Stefan Bisanz)

Lampersdorf / Bildquelle: Stefan Bisanz

Anneli-Prozess

Letzter Beitrag am 13. September 2016

Im August 2015 wurde die 17-jährige Anneli aus Klipphausen zunächst entführt, ihr Vater erfolglos um 1,2 Millionen Euro erpresst und das Mädchen in Lampersdorf dann gewaltsam zu Tode gebracht.

Bei der Beobachtung des Prozesses geht es vor allem darum, die genauen Umstände der Tat und die Motivation sowie Aufschlussreiches über die Vorgehensweise der Täter zu erfahren und zu analysieren. Zugleich soll das Ziel sein, aufzuzeigen, wie es überhaupt zu solch einer Tat kommen konnte. Vielleicht lässt sich mithin – zumindest in Ansätzen – beantworten, wie ähnliche Verbrechen durch hohe Hemmschwellen eventuell sogar verhindert werden können.

(Lampersdorf / Bildquelle: Stefan Bisanz)

Henriette Reker / Bildquelle: Stefan Bisanz

Reker-Prozess

Letzter Beitrag am 2. Juli 2016

Am Morgen des 17. Oktober 2015 hatte der 44-jährige Frank S. auf einem Wochenmarkt in Köln-Braunsfeld versucht, die damalige Kandidatin für das Kölner Oberbürgermeisteramt heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen zu töten. Bei der Tat verletzte er vier weitere Menschen zum Teil schwer.

Der Fall ging bundesweit durch die Medien und erzeugte ebenso im Ausland ein großes Echo. Auch aufgrund der politischen Brisanz der Tat bzw. wegen ihres „spezifischen staatsgefährdenden Charakters“ ging die Ermittlungsarbeit von der Staatsanwaltschaft Köln auf die Bundesanwaltschaft über, die nun auch die Anklage erhoben hat.

Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Personenschutz werde ich auch diesem Prozess als Beobachter beiwohnen und darüber hier im Blog berichten. Auch in diesem Falle steht das Vortatverhalten des Täters im Vordergrund, aber auch die spezielle Tätermotivation, Opferauswahl und auch ein mögliches Versäumnis der Staatsschutzbehörden durch Verzicht auf Schutzmaßnahmen.

(Henriette Reker / Bildquelle: Stefan Bisanz)

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Bodyguard-Prozess

Letzter Beitrag am 7. April 2016

In Düsseldorf soll der ehemalige Bodyguard und Chauffeur von Verona Pooth, Jens Christoph H., am 23. August 2015 seine zweite Ehefrau Ana H. heimtückisch und brutalst zu Tode gebracht haben. Und obwohl die Beweislage klar zu sein scheint – allerdings liegt noch kein Geständnis vor – ist der verhandelte Fall ein besonderer: Denn entgegen der nachvollziehbaren Annahme, dass der Schutz von Leib und Leben die erste Aufgabe eines Personenschützers sein sollte, scheint diesmal der „Bodyguard“ der Mörder zu sein.

Und das ist zugleich das Stichwort, das Anlass sein soll, diesen Prozess zu verfolgen: Denn ein muskelbepackter „Bodyguard“ ist nicht gleichzusetzen mit einem qualifizierten Personenschützer. Allem Anschein nach hat der ehemalige Zeitsoldat Jens Christoph H. neben einer Kampfausbildung (außerdem war der Angeklagte wohl auch Boxer) keine Personenschutz-Schulung oder eine ähnliche Ausbildung absolviert. Es stellt sich die Frage, mit welcher Qualifikation er mithin die Gründung seines Unternehmens begründet und nach welchen Kriterien er seine Mitarbeiter ausgesucht hat. Mindestens ebenso fraglich ist, wie eine in der Öffentlichkeit stehende Person wie Verona Pooth ihren Schutzstatus einschätzt und als Folge daraus ihre Personenschützer auswählt.

Insofern ist die Prozessbeobachtung eine besondere Notwendigkeit, denn hierüber lässt sich herausarbeiten, welche beruflichen und menschlichen Qualifikationen ein Personenschützer haben muss und welche Entscheidungskriterien Schutzpersonen der Auswahl ihrer Sicherheitsexperten zugrunde legen sollten.

(Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de)

Bildquelle: Lutz Stallknecht / pixelio.de

Maskenmann-Prozess

Letzter Beitrag am 31. März 2016

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) legt Mario K. unter anderem versuchten Mord, versuchten Totschlag, schwere Körperverletzung und räuberische Erpressung zur Last. Er hatte am 22. August 2011. Petra P. – Gattin des Bauunternehmers Christian P. – vor ihrer Villa in Bad Saarow brutal zusammengeschlagen. Daraufhin wurde zwar eine Sicherheitsmaßnahme eingerichtet, doch schon am 2. Oktober 2011 kehrte er zurück, und wollte die Tochter Louisa P. (23) entführen. Dabei schoss er mehrfach auf sie und ihre Schutzbegleitung. Während Louisa P. unverletzt blieb, traf er den Personenschützer, der daraufhin ins Koma fiel und nun querschnittsgelähmt ist. Ein Jahr später, am 5.Oktober 2012, trat der mit einer Maske verkleidete Täter wieder in Erscheinung: Diesmal entführte er Investmentbanker Stefan T. aus seinem Wochenendhaus in Storkow und forderte anschließend ein Lösegeld von einer Million Euro. Doch das Entführungsopfer – zwei Tage auf einer Schilfinsel festgehalten – konnte unverletzt fliehen.

Die Verbrechen und die Suche nach dem Täter – aufgrund seiner Vermummung von der Presse als der “Maskenmann” bezeichnet – empfand der Leiter der Soko, Siegbert Klapsch, als einen der größten und schwierigsten Fälle der Brandenburger Polizei. Doch am 18. September 2013 gelang schließlich die Festnahme.

Bei der Beobachtung des Prozesses und der bewertenden Dokumentation im Blog stehen die genauen Umstände der Tat, die Motivation sowie das Vortatverhalten im Fokus.

(Bildquelle: Lutz Stallknecht / pixelio.de)