Verantwortungsgefühl für den Stadtteil zeigen

Veröffentlicht am 16. Oktober 2019

Wer die gesellschaftspolitischen Umfragen bundesweit verfolgt, wird leider feststellen müssen, dass es einen deutlichen Anstieg der Klagen über den Verlust des subjektiven Sicherheitsgefühls vieler Menschen gibt. In Bussen genauso wie in Parks und bestimmten Stadtbezirken. Oft deckt sich das zwar nicht mit den Kriminalitätsstatistiken. Jedoch müssen wir solche Bedenken und Sorgen viel ernster nehmen als bisher. Das gilt für die Städte Köln und Leverkusen, die Region und auch für den Rest der Republik.

Bei der Gründung des Arbeitskreises Wirtschaft und Sicherheit der IHK Köln im Jahr 2017 hatten wir genau das im Blick. Denn wir wissen: Sicherheit ist ein nicht zu unterschätzender Standort-Faktor für die Wirtschaft in unserer Region. Und wir möchten dieses wichtige Thema auch in die Vollversammlung der IHK Köln bringen, damit sich die politisch Verantwortlichen dieses Themas in Zukunft deutlich stärker annehmen, als das bisher der Fall ist!

Bildung sozialer Brennpunkte stoppen

Fortschritte ließen sich schon im Kleinen erzielen. Das subjektive Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen ließe sich bereits dann verbessern, wenn Verantwortlichkeit für das persönliche Umfeld bei jedem Bürger einen höheren Stellenwert genießen würde. Denn soziale Kontrolle im positiven Sinne setzt voraus, dass die Anwohner sich für ihr Umfeld auch mitverantwortlich fühlen – und im Fall des Falles die Zivilcourage aufbringen, dafür einzustehen. Wir glauben: Die Förderung der persönlichen Identifikation mit dem Lebensgebiet fördert die Bereitschaft zur Verantwortung. Dabei müssen wir aber die soziale Balance wahren. Wer die Gettoisierung und Isolation sozialer Gruppen nicht stoppt, fördert, dass sich dort soziale Brennpunkte ausbilden.

In der Soziologie gibt es zu dieser Problemlage seit den 1980er-Jahren die Theorie der „zerbrochenen Fenster“. Kernthese: Wird eine zerbrochene Fensterscheibe in einem Stadtviertel nicht umgehend repariert, kann das weitere Zerstörungen und letztlich einen Verfall der Sitten zur Folge haben – mit dem Ergebnis, dass die Menschen sich in ihr engstes Umfeld zurückziehen und dem Mob den öffentlichen Raum überlassen. Räumliche und soziale Verwahrlosung sind somit Symptome für den Zusammenbruch grundlegender Standards zwischenmenschlichen Verhaltens. Studien haben zudem ergeben, dass instand- und reingehaltene Flächen und Gebäude von den Menschen als sichere Orte empfunden werden.

Auch die Wirtschaft in der Region will mithelfen

Es liegt also an jedem Einzelnen, etwas für das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen zu tun. Es bedarf dazu schlichtweg mehr Verantwortungsgefühl. Auch die Wirtschaft in der Region will und muss bei diesem Prozess mitarbeiten. In unserem Arbeitskreis beraten Sicherheitsverantwortliche aus Wirtschaftsunternehmen und Vertreter der Sicherheitswirtschaft, wie sich Sicherheits- und Ordnungsprobleme in unserem Kammerbezirk beheben lassen. Zurzeit erarbeiten wir Hilfestellungen für den Handel und die Wirtschaft und bieten uns als kompetente Ansprechpartner zu allen Facetten des Themas an. Doch das soll und kann im Interesse unserer Region nur ein Anfang sein, und im Rahmen der NewKammer Initiative können wir das so relevante Thema für unsere Region noch stärker forcieren. Deshalb: Wählen Sie uns!