Anklageerhebung gegen die mutmaßlichen Entführer und Mörder von Anneli R.

Veröffentlicht am 29. Januar 2016

Bildquelle: Michael Grabscheit/pixelio.de

Im August 2015 wurde die 17-jährige Anneli zunächst entführt, ihr Vater erfolglos erpresst und das Mädchen dann gewaltsam zu Tode gebracht.

Nun hat in diesem tragischen Fall die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen zwei Beschuldigte erhoben und wirft diesen Mord und erpresserischen Menschenraub mit Todesfolge vor.

Diesen Fall werde ich als Prozessbeobachter begleiten und hier im Blog aktuell kommentieren.

Was ist passiert?

Dazu teilt die Staatsanwaltschaft in ihrer Presseerklärung mit: „Den beiden Beschuldigten liegt nach den Ermittlungen zur Last, in den späten Nachmittagsstunden des 13.08.2015 die 17-jährige Anneli R. auf einem Feldweg in der Nähe von Luga gewaltsam entführt zu haben. Anschließend sollen sie vom Vater des Opfers 1,2 Millionen Euro Lösegeld für deren Freilassung gefordert haben. Am 15.08.2015 soll der 40-jährige Beschuldigte das Opfer getötet haben. Die Leiche wurde durch die Polizei am 17.08.2015 gegen 18:00 Uhr aufgefunden. Die beiden Beschuldigten befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft.“

Der Prozess im Blog

Sobald die Schwurgerichtskammer die Zulassung der Anklage bestätigt hat, werden die Termine zur Hauptverhandlung durch das Landgericht bekanntgegeben.

Bei der Beobachtung des Prozesses geht es mir als Sachverständigem für Personenschutz vor allem darum, die genauen Umstände der Tat und die Motivation sowie die Vorgehensweise (Vortatverhalten) der Täter zu erfahren und anhand der getroffenen Aussagen zu analysieren.

Wie in jedem Fall eines Verbrechens liegt ein besonderes Augenmerk auf den Opfern und deren Angehörigen. Und so ist die Analyse eines so grausamen Verbrechens wie dem hier zu behandelnden mit entsprechender Sensibilität hinsichtlich der hinterbliebenen Familienangehörigen anzugehen. Vor diesem Hintergrund steht mir eine besonders anspruchsvolle Aufgabe hier im Blog bevor.

Zugleich soll das Ziel sein, aufzuzeigen, wie es überhaupt zu solch einer Tat kommen konnte. Vielleicht lässt sich mithin – zumindest in Ansätzen – beantworten, wie ähnliche Verbrechen durch hohe Hemmschwellen eventuell sogar verhindert werden können.


Bildquelle: Michael Grabscheit/pixelio.de